Donnerstag, 3. Februar 2022

GLiSA-Treffen am 28. Januar 2022 in Halle (Saale)

Es fand am 28.01.22 wieder ein GLiSA-Treffen in der Gebärdenmanufaktur (gemafa) in Halle (Saale) statt. Der Wechsel des Gruppenleiters fand Ende 2021 statt, der neue Gruppenleiter ist Christoph Melle, der die Leitung von Dr. Ingo Barth aufgrund der Abwesenheit übernommen hat und Susanne Müller ist die stellv. Gruppenleiterin. 

Ziel der Sitzung war die Klärung, wie es um die Zukunft der GGSA e.V. (Gehörlosengemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V.) steht, da momentan der GGSA Vorstand nur noch kommissarisch besteht bis ein neuer Vorstand gewählt ist. Dazu hatte Christoph Melle die Verantwortlichen der GGSA e.V. und den Vorstand der Altmärkischen Gehörlosenverein e.V. eingeladen, zudem waren die Vertreter der anderen Vereine aus Magdeburg, Köthen, Halle, sowie einige Unterstützer anwesend. Es wurde kontrovers diskutiert, wie ein GGSA e.V. Neustart aussehen und welches Modell geeignet sein könnten. Die Vorstände der Ortsvereine stellten nun gemeinsam einen formlosen Antrag zur außerordentlichen Versammlung, die mit mehrheitlicher Abstimmung am 26.03.2022 in Köthen geplant ist und übergaben den Antrag an die verantwortliche Person. Es bleibt zu hoffen, dass es zu einer Bewegung in Sachsen-Anhalt kommt. 

Im Anschluss gab es einen interessanten regen Austausch über die Zukunftswünsche, die jeweiligen anwesenden Gehörlosenvereine berichteten über ihre Vereinsarbeit, derzeitige Situation, Wünsche der Zusammenarbeit. 

Zum Abschluss gab es ein freudiges Überraschungswiedersehen mit Dr. Ingo Barth per Live-Übertragung aus Washington.

Freitag, 15. Oktober 2021

GLiSA-Treffen am 29.09.2021 in Halle

Das letzte GLiSA-Treffen unter der Führung von Dr. Ingo Barth fand am 29. September 2021 in der Gebärdenmanufaktur (gemafa) in Halle (Saale) statt, in der sich einige Mitglieder eingefunden hatten. Es wurde berichtet, wie es in diesem Jahr angesichts der Corona-Einschränkungen lief. Es gab am 24.02.2021 eine Zoom-Sitzung der GLiSA und am 22.07.2021 einen gut besuchten Vortrag von Melanie Loy in Halle zum Thema Audismus. Es herrscht Bedarf an Vertiefung zu diesem Thema. In der GLiSA-Kasse sind noch Projektfördermittel vorhanden und diese sollten noch in diesem Jahr verbraucht werden. Es wird noch nachgefragt, ob diese Mittel wieder auf das Folgejahr übertragen werden können.

Dr. Ingo Barth fasste die GLiSA-Aktivitäten seit Herbst 2016 (also in den letzten fünf Jahren) zusammen und dankte seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen für eine großartige Zusammenarbeit. Aus persönlichen und beruflichen Gründen legte er den Vorsitz der GLiSA ab. Doch er steht den GLiSA-Mitgliedern weiterhin als Kontaktperson zum Behindertenbeirat des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung, da er selbst noch Mitglied in diesem Beirat ist. Nach kurzer Diskussion wurde der neue Leiter der GLiSA, Christoph Melle, gewählt. Es wird derzeit noch nach einem Stellvertreter oder einer Stellvertreterin gesucht.

An diesem Abend wurde auch das Thema Übernahme von Dolmetschkosten bei Elternabenden in Halle besprochen. Aktuell lehnen die halleschen Schulen plötzlich die Übernahme der Dolmetschkosten ab und verweisen nun auf den Dolmetschtopf in Halle. Es wurde auch diskutiert, warum es immer wieder Verzögerungen bei der Umsetzung des Paragrafen §14 des Behindertengleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt gibt. Es soll noch einmal beim Sozialministerium nachgefragt werden, wie der aktuelle Stand aussieht.

Zuletzt wurden einige Themen der letzten Sitzungen des Landesbehindertenbeirates aufgezählt und kurz besprochen. Zum Ende der Sitzung haben wir auch Zukunftspläne der GLiSA und Ideen für Vorträge 2021/2022 besprochen.

Dienstag, 22. Dezember 2020

Erste Zoom-Sitzung der GLiSA am 11.11.2020

Bei dieser ersten Zoom-Sitzung der GLiSA am 11.11.2020 wurden folgende Themen besprochen:

Gehörlosengeld: Aktueller Stand: Beschluss des Landesbehindertenbeirats liegt vor; die Landesregierung soll den Bedarf der Gehörlosen prüfen; die Höhe des Gehörlosengeldes soll entsprechend des Bedarfs angepasst werden; wird noch viele Monate und Jahre dauern.

Gehörlose Mitglieder in den Behindertenbeiräten in Sachsen-Anhalt: Aktuell insgesamt 4 gehörlose Mitglieder in den Behindertenbeiräten in Sachsen-Anhalt (1x Land Sachsen- Anhalt, 1x Stendal, 2x Halle); der Behindertenbeirat der Stadt Halle wird bald eingerichtet; Termin für erste Sitzung noch nicht klar. 

Beratungsstelle für Hörgeschädigte in Halle: Die Beratungsstelle soll fortbestehen bleiben und die bestehenden Probleme sollen gelöst werden; Frau Leps von der LAG soll zu einer Gesprächsrunde eingeladen werden; dazu sollen wir alle in die Zukunft schauen; bessere Zusammenarbeit ist erwünscht.  

Persönliches Budget: Frau Melzer aus Halle hat Erfahrungen und Fachkenntnisse zum Persönlichen Budget; sie soll zu einem Fachgespräch eingeladen werden; wegen Corona hat sich der Termin immer wieder verschoben; alternativer Vorschlag: Zoom-Gespräch mit Frau Melzer; wird angefragt. 

Schwerbehindertenausweis und Grad der Behinderung (GdB): Allgemeine Diskussion zur umstrittenen neuen Versorgungsmedizin-Verordnung; viele Hörgeschädigte mit Hörhilfen bekommen niedrigeren GdB als erwartet; dazu spielen ihre Sprechfähigkeiten eine Rolle; Beschwerden und Klagen; klare Regelungen erforderlich (Merkzeichen GL, GdB 100, Gehörlosengeld); Anwältin Frau Drygala in Leipzig kann bei dieser Sache unterstützen. (https://www.advo-gross.de/mareike-drygala.html

GGSA: Aktuelle Situation: alle haben Sorgen um das Fortbestehen der GGSA; Termin für die Neuwahl des Vorstandes noch unklar; die beiden Vorsitzenden sollen gebeten werden, die Mitgliederversammlung der GGSA durchzuführen; GLiSA möchte GGSA im vollen Umfang unterstützen, denn GGSA ist das politisch wichtige Organ und sollte den DGB unterstützen. 

Landtagswahl: Am 06.06.2021 findet in Sachsen-Anhalt Landtagswahl statt; Gehörlose sollen besser informiert werden; eine Option ist eine von uns organisierte Veranstaltung mit Politikern, dabei können Gehörlose Fragen stellen; eine andere Option ist die Erstellung eines umfassenden Fragenkatalogs (Wahlprüfsteine); alle Fragen der Gehörlosen sollen gesammelt werden und dann an die Parteien weitergeleitet werden; Interviews mit den Politikern sind auch vorstellbar; damit können die Gehörlosen (am besten durch Antworten in DGS) die Parteien besser einschätzen und ihre Wahl treffen; der finale Entwurf des Landesaktionsplanes 2.0 soll bald fertiggestellt werden und mit dieser Grundlage können wir die Fragen formulieren und sammeln; Vorschläge zu den Fragen an die Parteien sind willkommen. 

Zoom: Pato ist bereit, ein Erklär-Video in DGS zur Benutzung des Programms Zoom zu erstellen und uns zur Verfügung zu stellen. 

Nächster Termin: voraussichtlich am 16.12.2020, Zoom

Mittwoch, 9. Oktober 2019

GLiSA im Sommer 2019 und Landesbehindertenbeirat im Wandel

Im Sommer 2019 gab es wieder zahlreiche Aktivitäten der GLiSA-Gruppe und ein paar Neuigkeiten vom Behindertenbeirat des Landes Sachsen-Anhalt. Die internen GLiSA-Treffen fanden am 19. Juni 2019 in der Gebärdenmanufaktur in Halle (Saale) und am 19. September 2019 im Café Magado in Magdeburg statt. Dort wurden aktuelle Themen, unter anderem die Umsetzung des neuen Satzes im §14 des Behindertengleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (Dolmetschkosten bei Elternabenden), die aktuelle Situation des Dolmetschtopfes und Fragen zur Ungleichbehandlung von blinden und gehörlosen Bürgern in Sachen Nachteilsausgleich, besprochen.

Dr. Ingo Barth nahm als neues Mitglied des Landesbehindertenbeirates zum ersten Mal am 25. Mai 2019 und später am 21. September 2019 an den Beiratssitzungen in Magdeburg teil. Schon bei der ersten Sitzung wurde er als neues Mitglied in den Inklusionsausschuss des Landes Sachsen-Anhalt berufen. Am 6. September 2019 nahmen Dr. Ingo Barth und Susanne Müller am Runden Tisch der Arbeitsgruppe „Inklusion“ in Magdeburg teil, an dem Dr. Ingo Barth in Anwesenheit einer zuständigen Mitarbeiterin vom Sozialministerium einen Vortrag über die aktuelle Situation der Gehörlosen und des Dolmetschtopfes in Sachsen-Anhalt hielt und mit den Teilnehmern angeregt über den Nachteilsausgleich (Gehörlosengeld) diskutierte. Diese beiden Themen sollen bei den nächsten Beiratssitzungen noch weiter besprochen werden. Insbesondere möchte man herausfinden, warum eine Diskrepanz zwischen der Höhe des Blindengeldes und des Gehörlosengeldes besteht, die beide in einem einzigen gemeinsamen Gesetz verankert sind, und ob dies eine Ungleichbehandlung zwischen den blinden und gehörlosen Menschen im Land darstellt.

Der bis September 2019 tätige Behindertenbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt Adrian Maerevoet geht in den wohlverdienten Ruhestand. Die Abschiedsfeier in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff fand im Anschluss an die Sitzung des Behindertenbeirates am 21. September statt. Am 1. Oktober 2019 tritt der neue Landesbehindertenbeauftragte Dr. Christian Walbrach sein Amt an. Er hatte zuvor für das Landesschulamt gearbeitet und war der Leiter der integrativen Grundschule Magdeburg sowie Landesvorsitzender des Verbandes Sonderpädagogik. Mit seinen Fachkenntnissen in Sachen Inklusion und Förderschulen hoffen wir auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm und eine positive Entwicklung der inklusiven Bildung gehörloser Kinder in Sachsen-Anhalt.

Da die Landesfachstelle für Barrierefreiheit gerade aufgebaut wird, soll entsprechend den Regelungen des neuen Behindertengleichstellungsgesetzes ein Expertenbeirat eingerichtet werden. Es werden gerade geeignete Personen, die selbst behindert sein sollen, für den Expertenbeirat vorgeschlagen, um demnächst eine Auswahl an Mitgliedern für die Arbeit im Beirat treffen, die später die Mitarbeiter der Landesfachstelle für Barrierefreiheit unter anderem zum Thema Barrierefreiheit im Internet beraten können.

Am 8. August 2019 wurden die Honorarsätze für Gebärdensprachdolmetscher in der Behindertengleichstellungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt (BGGVO LSA) an die Regelungen der Kommunikationshilfenverordnung des Bundes angepasst. Das heißt, dass die Regelungen für die Dolmetschkosten im Verwaltungsverfahren und jetzt auch bei Elternabenden an das JVEG (derzeit 75 Euro pro Stunde) gekoppelt werden.

Am 22. August 2019 stellten Prof. Dr. Johannes Hennies und seine Frau Kristin im Rahmen der GLiSA-Vortragsreihe das bimodal-bilinguale Schulkonzept der Gemeinschaftsschule am Roten Berg in Erfurt vor. Es war ein interessanter Vortrag und wir überlegen noch weiter, wie und wo ein solches Schulkonzept in Zukunft auch in Sachsen-Anhalt angewandt werden kann. Dafür wäre die wissenschaftliche Begleitung durch eine/n Hochschullehrer/in für Sonderpädagogik nötig. Am 1. September 2019 trat Prof. Dr. Tanja Sturm das Amt als Professorin für inklusive Bildung an der Universität Halle an und wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit auch mit ihr.

Es ist erfreulich mitteilen zu können, dass Prof. Dr. Okan Kubus, der erste gehörlose Professor in Sachsen-Anhalt, seit dem 1. Oktober 2019 in der Hochschule Magdeburg- Stendal im Fach Gebärdensprachdolmetschen arbeitet. Er wird am 17. Oktober 2019 im Rahmen einer offenen GLiSA Veranstaltung für alle Interessierte in der Gebärdenmanufaktur in Halle vorgestellt und jeder hat Chance, ihm Fragen zu stellen und entsprechende Einblicke in seine Arbeit und seinen Werdegang zu bekommen.

Dienstag, 4. Juni 2019

GLiSA-Treffen am 15. Mai 2019 in Magdeburg

Die Mitglieder der GLiSA trafen sich am 15. Mai 2019 wieder im Café Magado in Magdeburg. Zu Beginn des Treffens wurde die Verteilung der Aufgaben an die Mitglieder besprochen. Dafür ist der Gruppenleiter Dr. Ingo Barth dankbar, da er künftig nicht alleine alle Aufgaben übernehmen muss. Bestimmte Aufgaben wurden einigen Mitgliedern zugewiesen; es gibt aber einige andere Aufgaben, die noch nach Verantwortlichen suchen. Wer Interesse an der Mitwirkung hat, kann sich bei Dr. Ingo Barth oder Christoph Melle melden.

Unsere Anträge an die Krankenkassen zur Förderung unserer Selbsthilfegruppe GLiSA wurden fast in voller Höhe bewilligt. Es laufen Vorbereitungen für Vorträge der GLiSA im Jahr 2019 in Sachsen-Anhalt. Am 22. Mai 2019 informierten Indira Keitel und Uwe Löser von der Volkssolidarität über die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) in Halle (Saale). Am 25. Mai 2019 referierte der taube Sozialpädagoge Peter Schick über die psychosoziale Entwicklung bei Gehörlosen in der Lutherstadt Wittenberg. Weitere von der GLiSA organisierte Vorträge in Sachsen-Anhalt sind geplant und werden auf unserer Homepage bekannt gegeben.

Darüber hinaus berichtete Dr. Ingo Barth kurz über den Sachstand zu verschiedenen Themen, die bei der Arbeitsgruppe Inklusion des Runden Tisches am 10. Mai 2019 in Magdeburg besprochen wurden. Unter anderem ging es um den Landesbehindertenbeirat und Landesbehindertenbeauftragten, personenzentrierte Leistungen ab 2020 gemäß dem Bundesteilhabegesetz, Inklusion in Kindergärten, Aus- und Weiterbildung für Gebärdensprachpädagogen und persönliches Budget. Beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe Inklusion am 6. September 2019 soll Dr. Ingo Barth über die aktuelle Situation der Gehörlosen in Sachsen-Anhalt referieren.

Die Sozialministerin Frau Grimm-Benne hat am 18. April 2019 ein an uns gerichtetes Schreiben zu unserer Stellungnahme vom 6. November 2018 über die Erhöhung des Gehörlosengeldes verfasst, in dem steht, dass bei der Gewährung des Gehörlosengeldes „im Vergleich zur Gewährung des Blindengeldes weder eine Diskriminierung noch eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes zu erkennen“ ist. Da der Nachteilsausgleich für Gehörlose in Höhe von nur 52 Euro monatlich viel zu wenig ist, wird Falko Neuhäusel dieser Sache noch nachgehen.

Ferner hat Frau Grimm-Benne am 7. Mai 2019 ein weiteres Schreiben an den Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen in Sachsen-Anhalt zur Ausgestaltung des zum 4. April 2019 geänderten Behindertengleichstellungsgesetzes, insbesondere zum Thema Kostenübernahme für Gebärdensprachdolmetscher/innen bei Elternabenden, geschickt. Leider mangelt es an einer sauberen Umsetzung des neuen Satzes in §14, wonach eigentlich die öffentlichen Träger, also zum Beispiel die Schulämter, die Dolmetschkosten bei Elternabenden übernehmen müssten. Derzeit soll es im Sozialministerium weiter besprochen werden und wir warten noch auf die Verkündung dieses neuen Gesetzes.

Es gibt noch offene Fragen zur besseren Zusammenarbeit mit der GGSA. Verschiedene Probleme wurden offen besprochen und Lösungen gesucht. Es ist sehr wünschenswert, dass die Gehörlosen in Sachsen-Anhalt besser und transparenter zusammenarbeiten, egal aus welchen Vereinen sie stammen. Die Diskussion wird noch beim nächsten Treffen der GLiSA am 19. Juni 2019 in Halle (Saale) fortgesetzt.

Mittwoch, 10. April 2019

Der Landtag Sachsen-Anhalt beschließt Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt

Am 4. April 2019 wurde, auf der 69. Sitzung des Landtages von Sachsen-Anhalt, die Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt beschlossen.

Durch die Ergänzung von § 14 Abs. 4 um Satz 2 haben Eltern mit einer Hör- und Sprachbeeinträchtigung nun das Recht auf einen Dolmetscher bei Elternabenden in der Schule und in der Kindergarten.

Durch den langen Kampf der Initiativgruppe, unter Leitung von Dr. Ingo Barth, ist nach der Erhöhung des Gehörlosengeldes nun der zweite große Erfolg gelungen. Es hat sich gelohnt zu kämpfen.

8. Treffen der GLiSA-Initiativgruppe am 3. April 2019 in Halle (Saale)

Am 3. April 2019 traf sich die Initiativgruppe in der Gebärdenmanufaktur in Halle. Der Gruppenleiter Dr. Ingo Barth begrüßt die Anwesenden zum 8. Treffen. Vor fast genau einem Jahr fand das erste Treffen der Initiativgruppe im Sportbüro des Vereins GSBV Halle statt. Vom ersten Treffen bis heute ist die Mitgliederzahl der Initiativgruppe von 10 auf 35 Teilnehmer aus ganz Sachsen-Anhalt angewachsen.

Dr. Ingo Barth berichtete über wichtige politischen Themen, die gemeinsam teils intensiv diskutiert wurden:

  • 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention
  • Zwischen Inklusionslust und Inklusionsfrust - ein kritischer Rückblick auf zehn Jahre Inklusionsdebatte
  • Inklusive Beschulung in Sachsen-Anhalt
  • Anstehende Änderung der Behindertengleichstellungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt
  • Anstehende Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (in §14 sollen das Recht auf einen Dolmetscher für Elternabende in Schulen und Kindergärten verankert werden)
  • Anstehende Gesetzesänderung: Wahlrecht für alle
  • Landesbehindertenbeirat Sachsen-Anhalt
  • Vergleich von LIGA und ABiSA
  • Zukunft des Gehörlosenzentrums
  • EUTB
  • Probleme beim Unterricht in der Fahrschule

Neben organisatorischen Fragen, wie der Aufgabenverteilung innerhalb der Initiativgruppe und der besseren Zusammenarbeit mit der Gehörlosengemeinschaft Sachsen-Anhalt (GGSA e.V.), wurden auch Planungen für das Jahr 2019 besprochen.

Durch eine Projektförderung der Krankenkasse AOK wird es möglich sein verschiedene Vorträge und Workshops durchzuführen. Geplant sind momentan folgende Veranstaltungen:

  • 25.05.2019 in der Lutherstadt Wittenberg “Psychosoziale Entwicklung bei Gehörlosen“ (Peter Schick)
  • 31.05.2019 in Magdeburg “Soziale Isolation der älteren Gehörlosen” (Marcus William)
  • Geplanter Vortrag im Sommer 2019 in Halle “Bilinguale Bildung/Erziehung gehörloser Kinder” (BILING e.V., angefragt)
  • Geplanter Vortrag im Herbst 2019 in Magdeburg "Empowerment gehörloser Menschen” (Katja Fischer, angefragt)

Die nächsten Treffen der Initiativgruppe finden am 15. Mai 2019 in Magdeburg und am 19. Juni in Halle (Saale) statt.

Donnerstag, 7. März 2019

Treffen der GLiSA-Initiativgruppe am 20. Februar 2019 in Magdeburg

Die Initiativgruppe traf sich am 20. Februar 2019 wieder im Café Magado in Magdeburg. Zunächst berichtete Dr. Ingo Barth den anwesenden Mitgliedern von seinem Gespräch mit der Selbsthilfekontaktstelle in Halle (Saale) am 28. Januar 2019 und den erfolgten Anträgen an die Krankenkassen zur Förderung unserer Selbsthilfegruppe „GLiSA“ (Gehörlose in Sachsen-
Anhalt). Geplant ist unter anderem eine Vortragsreihe zum Thema Gehörlosigkeit und selbstbestimmtes Leben. Das Konto für unsere Gruppe wurde bei der Volksbank Halle (Saale) am 5. Februar 2019 eröffnet.

In der letzten Zeit gab es einige Neuigkeiten in der Politik. So wurde bei der Landtagssitzung verkündet, dass die Landesfachstelle für Barrierefreiheit in Sachsen-Anhalt noch auf sich warten lässt. Es laufen noch Verhandlungen. Bei der Arbeitsgruppe „Inklusion“ des Runden Tisches in Magdeburg wurden verschiedene Themen besprochen; unter anderem ging es um den Landesbehindertenbeirat, den Landesbehindertenbeauftragten, die geplante neue Arbeitsgruppe „Gegen Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen“, das barrierefreie und selbständige Wohnen und die Ziele der Gespräche im Runden Tisch.

Zum Thema Gehörlosengeld gab es leider keine nennenswerten Neuigkeiten. Aber es wurde berichtet, dass im Jahr 2019 keine Erhöhung des Dolmetschtopfes seitens des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration geplant ist. Im Zuge dieser Ablehnung plädierte das Ministerium stark für die Übernahme der Dolmetschkosten bei Elternabenden durch das Ministerium für Bildung. Das könnte erst nach der Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes geschehen. Zu den Details der Pressemitteilung vom 21. Januar 2019 konnte bisher leider keine genauere Auskunft erteilt werden.

Dr. Ingo Barth informierte die Anwesenden über die geplante Einführung des Schulfaches DGS als Wahlpflichtfach im katholischen Schulverbund in Halle (Saale), mit der Möglichkeit der bilingualen und inklusiven Beschulung an diesen privaten Schulen (Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium). Der Vorteil von privaten Trägern ist, dass sie solche Entscheidungen unabhängig vom Landesschulamt treffen können. Es werden dringend ein/e Gebärdensprachdozent/-in und für das nächste Schuljahr ein/e gehörlose/r Lehrer/in gesucht.

Das nächste Treffen der Initiativgruppe mit dem Diskussionsschwerpunkt „Gehörlosenzentren in Sachsen-Anhalt“ ist am Mittwoch, den 3. April 2019 um 18 Uhr in Halle (Saale) geplant.

Montag, 28. Januar 2019

Neujahrstreffen der Initiativgruppe am 16. Januar 2019 in Magdeburg

Am 16. Januar des neuen Jahres trafen sich wieder die Mitglieder der Initiativgruppe im Café Magado in Magdeburg. Nach ein paar Neujahrswünschen von alten und neuen Mitgliedern erfuhren wir, dass das Hörgeschädigtenzentrum in Halle (Saale) seit Dezember 2018 leider für immer geschlossen ist, und suchten daraufhin nach alternativen Möglichkeiten und Lösungen für die Zukunft der Gebärdensprachgemeinschaft in Halle (Saale).

Entsprechend dem Beschluss im Landtag vom Dezember 2018 wurde im Januar 2019 das Gehörlosengeld um 11 Euro auf 52 Euro monatlich erhöht. Wir diskutierten über diese winzige Erhöhung, wobei zu beachten ist, dass das Gehörlosengeld von 1997 bis 2018 (also 22 Jahre lang) in Höhe von 41 Euro (80 DM) monatlich unverändert geblieben war. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, warum eine Ungleichbehandlung zwischen zwei Gruppen von sinnesbehinderten Menschen, also den Blinden und Gehörlosen, herrscht, wobei das Blindengeld ebenfalls im Januar 2019 um 40 Euro auf 360 Euro monatlich erhöht wurde. Nach dem Treffen kontaktierte Dr. Ingo Barth die Fraktion DIE LINKE und fragte dort nach, ob eine Kleine Anfrage zu diesem Thema gestartet werden kann.

Die meisten Anwesenden wünschen sich, dass der Dolmetschtopf endlich für alle privaten Angelegenheiten in ausreichender Höhe bereitgestellt wird und dass insbesondere die Dolmetschkosten für Elternabende von den Schulämtern und nicht wie bisher vom Dolmetschtopf übernommen werden. Ob das Land Sachsen-Anhalt die Erhöhung des Dolmetschtopfes für 2019 bewilligen wird, werden wir erst im Laufe des Monats März 2019 erfahren.

Insbesondere haben wir uns über den Zuwachs der Mitgliederzahl in der Initiativgruppe gefreut. Inzwischen sind wir 32 Mitglieder. Es wird ein spannendes Jahr 2019 werden.

Das nächste Treffen der Initiativgruppe findet am Mittwoch, den 20. Februar 2019 um 17:30 Uhr in Magdeburg statt.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Weihnachtsfeier der Initiativgruppe GLiSA und Vortrag über die Situation gehörloser Menschen in Sachsen-Anhalt

Vortrag mit dem Leiter der Initiativgruppe Dr. Ingo Barth
Die Initiativgruppe GLiSA (Gehörlose in Sachsen-Anhalt) mit ihrem im November 2018 neu entworfenen Logo traf sich am 5. Dezember 2018 für ihre erste gemeinsame Weihnachtsfeier in der Gebärdenmanufaktur (gemafa) in Halle (Saale). Leider musste der Leiter der Initiativgruppe Dr. Ingo Barth aus gesundheitlichen Gründen sein Kommen kurzfristig absagen. Dennoch gab es eine kurze Live-Videoübertragung mit ihm, um die anwesenden Teilnehmer zu begrüßen. Bis 22 Uhr hat die GLiSA-Gruppe gemütlich gefeiert.

Am 19. Dezember 2018 gab es einen interessanten Vortrag mit Dr. Ingo Barth in der Gebärdenmanufaktur. Er hat viel zur vereinspolitischen Entwicklung der Gehörlosen in Sachsen-Anhalt in der Zeit zwischen dem Mauerfall und der Gegenwart recherchiert und präsentierte die Ergebnisse in seinem Vortrag. Auch die Ziele und Aufgaben unserer Initiativgruppe stellte er vor. Er gab den Teilnehmern einen Überblick zu den aktuellen Themen, wie etwa die Erhöhung des Gehörlosengeldes und die aktuelle Situation des Dolmetschtopfes, und schlug eine mögliche Strukturänderung der Gehörlosenvereine in Sachsen-Anhalt vor. Nach dem zweistündigen Vortrag gab es eine spannende Diskussionsrunde mit den Teilnehmern aus Halberstadt, Magdeburg, Halle (Saale), Merseburg, Naumburg und Köthen. Die weitere Diskussion lief mit toller Verpflegung durch die gemafa bis zum späten Abend.

Für die Organisation der Weihnachtsfeier und des Vortragsabends möchten wir uns bei Mercedes Neuhäusel von der gemafa herzlich bedanken.